Das flüssige Land – Löcher

Überall in Europa kriechen die Faschisten und Rassisten wieder aus ihren Löchern, der Winterschlaf scheint vorbei und es zeigt sich, wie fragil Demokratien sind. Unpolitisch sein heißt, ihnen den Weg zu bereiten. Lange haben wir es nicht wahrhaben wollen: sie sind nie weggewesen. Das Debüt der jungen Autorin Raphaela Edelbauer das die diesjährige Shortlist für…

Schäfers Qualen

Krimis habe ich schon als Kind gerne gelesen. Als erstes fiel mir Agatha Christie in die Hände. Meine Mutter kaufte sich von einem Vertreter (ja, so etwas gab es damals noch) eine fünfundzwanzigbändige Gesamtausgabe in feines Leder gebunden, in jedem Band gab es drei Geschichten von Hercule Poirot oder Miss Marple, der schrulligen alten englischen…

Irrungen und Wirrungen

Irene Diwiak war mir kein Begriff, bis die Chefin meiner Lieblingsbuchhandlung hier im Dorf eine knappe, aber gute Rezension über „Liebwies“ verfasst hat. Es ist der erste Roman der 1991 in Graz geborenen Schriftstellerin – und er macht Lust auf mehr! Ihr Buch ist eine zeit- und alterslose Studie der Gesellschaft. Weder die Jahreszahl spielt…

Vergnügliches Geriatriegemetzel

„Wer bringt denn Leute um, die sowieso bald von selber sterben?“ Diese sehr berechtigte Frage stellt sich der Autor in seinem bitterbösen mit dunkelschwarzem Humor getränkten morbiden Kriminalroman, indem er das Setting seiner Mordhandlungen in ein Seniorenheim verlegt. Hier möchte ich vorab gleich eine Warnung herausgeben, denn wer bezüglich der Grauslichkeiten* des Alterns etwas zart…

Integration light

Dieses Werk ist ein Zeitgeistroman über Integration. Jetzt habe ich so überhaupt keine Probleme mit Zeitgeist, wenn sich dahinter viel Tiefe verbirgt, wenn aber nur ein bisschen auf modern und moderat an der Oberfläche gekratzt wird, langweile ich mich sehr schnell. Wie die Autorin selbst in vielen Interviews anführt, hat die Geschichte autobiografische Züge. Die…