Das Buch der vergessenen Artisten

Es gibt Bücher, die locken mit einem wunderschönen, eindrücklichen, neugierig machenden Cover. Dasselbe gilt für Titel, die im Gedächtnis haften bleiben, indem sie Fragen aufwerfen. „Das Buch der vergessenen Artisten“ punktet mit beidem und einer interessanten, ungewöhnlichen Geschichte, die zwischen dem Berlin der Dreißiger Jahre und dem fünfzehnjährigen Mathis Bohnsack, dem schwächlichen dreizehnten Sohn eines…

Never mind

Patrick Melrose, Spross einer alten englischen Familie der Upper-Class, verbringt seine Ferien gemeinsam mit seinen Eltern in Südfrankreich. Ein altes Landgut, umgeben von Weinbergen in einer der schönsten Landschaften, die man sich vorstellen kann, nennt die Familie ihr eigen. Weit ist es mit dem Familienbesitz väterlicherseits nicht mehr her, wurde der Vater doch enterbt. Enterbt,…

Dreimal kurz & knapp

Ihr kennt das: wenig Zeit zu lesen, aber viele Bücher im Stapel. Wenn dann mal Zeit zu lesen war, dann geht es mir meist so, dass ich die Bücher zwar aus dem realen Stapel raus genommen habe, doch der gedankliche Stapel in meinem Kopf wächst dafür wieder an. Das Leben kommt mir meist dazwischen, wenn…

Mama Tandoori – autobiographische Abrechnung mit der indischen Mutter

Ernest van der Kwasts Mutter ist eine Katastrophe, ein Hurrican, der lautstark und nachdrücklich versucht immer das herauszuhandeln, was ihr, nach ihrem Gefühl, zusteht. So entsteht aus der Familiengeschichte eine Aneinanderreihung von Slapsticksituationen, die sich anfangs noch ganz witzig lesen, später hat man als Leser nur noch das Gefühl permanent vom Zug überrollt zu werden.…

Lovecraft Country

Matt Ruff bietet mit seinem Roman Lovecraft Country erfreulicherweise wieder einmal Anlass für meine liebste Kategorie, die Kategorie Lob & Hudel. Nicht nur seine Art – und hier ist Art auch als Kunst zu verstehen – zu schreiben, seine Idee zum Roman, der gewählte Titel und die so leicht erscheinende Schreibe, ein genüßlicher Erzählstil, der…

Werden wer man ist

Eine Zeit ist es nun schon her, dass ein Film ins Kino kam, der die Geschichte einer ganz ungewöhnlichen Frau erzählt: Lili Elbe nannte sie sich. Früher war sie Einar Wegener, Maler und mit seiner Frau Gerda (im Buch und Film heißt sie Greta, hier jedoch wird im laufenden ihr realer Name verwendet werden), ebenfalls…