Versteckenspielen mit Leiche

Wenn ein Schriftsteller eine neue Reihe mit einem ganz neuen Setting und taufrischen Figuren startet, bin ich immer sehr erfreut, denn ich bin der Meinung, dass sich die Protagonisten und die Story irgendwann zwischen Band 4-8 stark abnutzen und der Schwung, die Innovation in dem geschaffenen Universum fast immer verlorengehen. Ich war ja Fan der…

Und nu? Wer hat Opa wirklich verraten?

Maxim Billers jüdischer Generationenroman steht auf der Longlist für den deutschen Buchpreis. Zentrales Thema der beschriebenen Mischpoche ist, wer aus der Familie den Großvater – also den Taten* Schmiel Grigoriewitsch – beim KGB denunziert hat, was zu dessen Hinrichtung führte. Quasi als Beiwerk zu dieser Kernfrage werden sehr viel Historisches, die Verlorenheit der Diaspora, jüdische…

Wenn Odysseus die Öffis genommen hätte …

Der Onkel Franz, pensionierter 70-plus-Innviertler vom Land muss auf Grund einer Erbschaft mit dem Zug zu einem Rechtsanwalt nach Wien fahren. Diese eigentlich kurze Reise mit zwei Mal Umsteigen gerät in Folge von mehreren vergnüglichen Kalamitäten zu einer wahren Odyssee, die den guten Onkel vom Land sogar abseits der Bahnstrecke verschlagen und ihn immer wieder…

Since we fell

Ich kann einfach nichts dagegen tun: Fällt der Name Dennis Lehane im Zusammenhang mit einem neuen Buch, dann erliege ich unvermittelt einem starken Pawlow’schen Reflex. Ich muss es lesen. Die Einstiegsdroge war in meinem Fall seine grandios erzählte Geschichte um einen jungen Mann, der im Amerika der Prohibition einen steilen Aufstieg zum Gangster hinlegte. Seitdem…

Schwebezustände

Ein Vater verliert seinen Sohn: Willie Lincoln ist 11 Jahre alt als er stirbt. Zeitgleich mit seinem Tod wütet der Bürgerkrieg der Nord- gegen die Südstaaten Amerikas und Willies Vater steht in der Pflicht, denn er ist der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, die sich in der Frage der Abschaffung der Sklaverei zu spalten drohen.…

Abstieg in den Keller eines verwirrten Geistes

Puh, der Plot dieses Romans hat was von einem Roofies-Trip: wirr, nur Fetzen von Erinnerungen und Eindrücken, die sich allmählich sehr mühsam zu einem Ablauf des Geschehens zusammensetzen. Das ist auch durchaus beabsichtigt und soll den völligen Kontrollverlust der Protagonistin dokumentieren. Dieser Trip ist dramaturgisch etwas à la Hangover gestaltet, aber nicht lustig augenzwinkernd wie…