Der Gentleman, viktorianischer Screwball

Der Gentleman ist Engländer. Wie könnte es auch anders sein. Lionel Savage, dessen Geschichte hier berichtet wird, hat mich total erheitert, fasziniert und war erfrischend anders als fast alles zuvor gelesene, zudem total witzig amüsant und elegant. Am ehesten noch vergleichbar mit Die Besteigung des Rum Doodle und der Brautprinzessin. Herrlich altmodisch, dabei frisch und…

Überleben allein ist unzureichend

Dystopien sind meist eine düstere Sache. In den dargestellten Endzeitszenarien, sterben erst die Menschen, dann die Hoffnung. Kriege, Hungersnöte, Misstrauen und Überlebenskämpfe prägen die untergegangene Welt. Dunkelheit und Hunger müssen bekämpft werden, die Überlebenden Menschen verfallen in Barbarei, die Kultur versinkt, die Errungenschaften der Zivilisation werden vergessen. Dass es nicht unbedingt so sein muss, zeigt uns…

Aufrichtig geliebt

„Die Stille dauerte eine Ewigkeit, dann legten die Musiker los und meine Eltern begannen, sich langsam umeinander herum zu drehen, sie hielten die Köpfe leicht geneigt und schauten sich tief in die Augen, als suchten sie sich, als zähmten sie sich. Ich fand es schön, und es machte mir Angst. Dann gebann die große rot-schwarze Frau zu singen, die Gitarren nahmen Tempo auf, die Becken vibrierten, die Kastagnetten klapperten, mein Kopf drehte sich, meine Eltern flogen. Sie flogen, meine Eltern sie flogen umeinander, sie flogen, die Füße am Boden, den Kopf in der Luft, wirklich, sie flogen und wenn sie landeten, hoben sie gleich wieder ab, wie zwei ungeduldige Wirbelwinde, nur um aufs Neue zu fliegen, voller Leidenschaft und entfesselt im glühenden Tanz. Nie zuvor hatte ich sie so tanzen sehen, es war wie ein erster Tanz und auch wie ein letzter. Ein Tanz wie ein Gebet, Anfang und Ende in einem.“

Falke – Biographie eines Räubers

Während Helen Mcdonald an ihrer Doktorarbeit über die Geschichte der Naturgeschichte und des Verhältnisses der Menschen  zur Natur schrieb, faszinierte sie „die Idee, Fakten und Anekdoten und Bilder auf eine Weise zu verweben, dass sich durch die Brille unserer Beziehung zu den Falken betrachtet, auch unsere Stellung in der Welt ein Stück weit erschließt.“ Ihr…

Das Ende der Monogamie?

Beim ersten Blick auf dieses Buch, kommt es einem doch sehr provokativ vor. Drei Gesichter von der Seite, in einer intimen Situation, einem dreifachen Kuss (Trisou) prangen auf dem Cover, die Farben in kontrastreichem Blau und Rot gehalten. Darunter der Text: Wie wir lieben und noch plakativer: Vom Ende der Monogamie. (Dabei erinnert mich dieses Cover an eines der interessantesten…