Irrungen und Wirrungen

Irene Diwiak war mir kein Begriff, bis die Chefin meiner Lieblingsbuchhandlung hier im Dorf eine knappe, aber gute Rezension über „Liebwies“ verfasst hat. Es ist der erste Roman der 1991 in Graz geborenen Schriftstellerin – und er macht Lust auf mehr! Ihr Buch ist eine zeit- und alterslose Studie der Gesellschaft. Weder die Jahreszahl spielt…

Von A bis Z

Selten habe ich ein Buch mit einem so lakonischen, entspannend unaufgeregten Ton gelesen, wie „Ein ganzes Leben“ von Robert Seethaler. Auf ausdrücklichen Wunsch, Lieblingsbücher der Freunde zum eigenen Geburtstag zu erhalten, bekam ich dieses österreichische Schmankerl geschenkt. Ein recht schmales, äußerst schlichtes Büchlein mit passend unauffälligem (dennoch schönem) Cover. U-4-Texte zu zitieren langweilt meist, denn…

Hitlers jüdischer Freund

Die Beschreibung „Ein rasanter Schelmenroman“ (Der Tagesspiegel) bringt es auf den Punkt –  ein Buch, das dieses Etikett tatsächlich zu Recht trägt! Es liest sich wie eine irrwitzige Fahrt in der Achterbahn auf dem Jahrmarkt. Man weiß nicht genau, welcher Wahnsinn einen nach der nächsten Ecke oder Kurve erwartet. Geht es weiter bergauf oder urplötzlich…

Spil no eis

Dies wird eine Liebeserklärung – aber wo soll ich beginnen? Als alter Martin-Suter-Fan stolperte ich letztes Jahr über die Ankündung von „Song Book“ im Diogenes-Newsletter. Doch ganz ehrlich: Schwiizerdütsche Lieder eingespielt von einem mir völlig fremden Herrn, mit irgendwelchen frei erfundenen Geschichten zu ihrer Entstehung in einem schmalen Bändchen vereint – puh! Das klang für…

Soul, mate!

Holde Leserschaft, es wird speziell. „Meine 100 Seelenschützer“ heißt das Buch, das ich heute bespreche. Ja, man zuckt leicht zusammen, denn sofort hat man stereotype Bilder vor Augen, was das wohl so sein wird. Dennoch: Es hat mich irgendwie angesprochen, bei der Suche nach neuem Lesestoff, manchmal gibt es ja ein bestimmtes Buch für einen…

Alltagskunst

Die Kunst, den Alltag treffend zu beschreiben, und die Leserschaft dennoch bei Laune zu halten, beherrschen nur wenige Autoren. Oft werden lieber ganz besondere Momente im Leben der Protagonisten ins Zentrum des Buches gerückt oder dramatische Ereignisse thematisiert. Das Alltagsleben, das Banale, Normale, das ja oft langweilig sein mag, aber manchmal gerade in seiner Monotonie…