Der Meister der kleinen Dinge

Unsere Welt ist schnelllebig, hektisch und fordernd. Wir rennen von einem Event zum nächsten. Durch das Internet mit Gott und der Welt verbunden, erfahren wir jeden Tag, jede Stunde von inspirierenden, spannenden Veranstaltungen, Ausstellungen, Happenings und Versammlungen. Nicht hinzugehen, ist fast schon unverzeihlich, sieh das Gute liegt so nah! Wer rastet, der rostet! Doch was…

Von der Macht der Manuskripte

Viele Verlage überlassen es ihren Volontären oder Praktikanten, sich der unangefordert eingesandten Manuskripte anzunehmen. Unfassbare Mengen an Texten flattern tagtäglich mit der Post herein und warten darauf, beachtet zu werden. Sie liegen da in ihrer Ecke, aufeinandergestapelt und scheinen stille, stumme Schreie auszusenden: Lies! Mich! Wie viel Liebe, Herzblut und Fleiß stecken in jedem einzelnen…

Ein Leben wie ein Theaterstück

Ein kleines Déjà-vu-Erlebnis wird sich bei allen einstellen, die bereits die Rezension „Malen gegen den Wahnsinn“ hier bei uns auf dem Blog gelesen haben, denn auch in dieser Buchbesprechung geht es um die Berliner Malerin Charlotte Salomon. Das liegt weniger daran, dass neue Ideen fehlen oder etwa der Buchstoff ausgehen würden, sondern vielmehr an der…

The Fritz

Ein jüdisches Mädchen auf der Flucht vor den Deutschen. Man hat ein solches oder ähnliches Motiv schon so oft vorgesetzt bekommen, dass man meinen könnte, bereits alles darüber zu wissen oder zu kennen. Und so war mein erster Impuls, ich gebe es beschämt zu, leicht genervt das Buch beiseite zu legen und noch ein bisschen…

Viel Lärm um nichts

Auf den letzten Seiten lässt Véronique Olmi die Protagonistin ihres Romans „Der Mann in der fünften Reihe“ sagen: „[…] und dann habe ich die Nacht in einem Bahnhof verbracht und jemandem, der vielleicht zugehört hat, mein Leben erzählt. Ich habe mit der erstbesten reglosen Person gesprochen. […]“ Eine treffende Beschreibung: reglos. Vielleicht reglos vor Freude,…

Im Bannkreis der Ideen

Als ich vor ein paar Wochen in London war, hatte ich bereits das Buch „Charlotte“ von David Foenkinos gelesen. Darin war ich über den Namen Aby Warburg gestolpert und hatte erfahren, dass a) besagter Aby Warburg Mitte des 19. Jahrhunderts in einer Bankiersfamilie in Hamburg groß geworden war, aber schon früh auf sein Erbe verzichtet…