Justizia und Asyl

In diesem Roman wird uns die Innensicht der Protagonistin, einer Asylrichterin in Österreich, sehr gut beschrieben. Gabriele ist extrem analytisch, sie wägt die meisten Entscheidungen ihres Lebens, die beruflichen, großen, für Flüchtende lebensverändernden ihm Rahmen ihrer Tätigkeit genauso, wie die kleinen, persönlichen mit sehr vielen Argumenten inklusive Für und Wider ab. Dies gibt der Leserschaft…

Ausstieg aus der Todesspirale: Fressen – Hungern – Sporteln – Kotzen – Fressen

Als 37-jährige Frau zieht Anna beim Ausräumen und Sortieren ihrer Tagebücher Resümee über ihr bisheriges Leben, und die Autorin erzählt der Leserschaft extrem anschaulich, wie die Protagonistin nach und nach in ihre Bulimie geschlittert ist. Dabei hat Barbara Rieger die Gratwanderung geschafft, einen extrem harten – kein Wunder, das Bulimie Thema ist immer sehr hart…

Peggy Guggenheim und die Künstlermischpoche in Venedig

Dieser Roman hatte schon von den Ausgangsvoraussetzungen her alles, was mich brennend interessiert. Die verschlafene alte Dame Venedig mit ihren malerischen Wasserstraßen in den 1920er-Jahren, der allmähliche Aufstieg der Stadt zur Künstler- und Tourismushochburg, Peggy Guggenheim und der Rest, der durch die europäischen Städte marodierenden Künstlermeute in the city of Venice verknüpft mit einer spannenden…

Des Kaisers Mohrenfreund

Das soll übrigens keine rassistische Überschrift sein, aber der historische Roman handelt nun mal eben in einer Zeit zwischen 1730-1796, in der nur dieses Un-Wort existierte, von der realen historischen Person Angelo Soliman, der in Ostnigeria als Häuptlingssohn geboren, von einem andern Stamm verschleppt, für ein Pferd bei einem Europäer eingetauscht, nach Sizilien verschenkt, dort…

Liebesschmonzette, aber gut gemacht

Die grandiose Autorin Amelie Nothomb hat sich dieses Mal einen Märchenstoff vorgenommen, den sie bedauerlicherweise im Romanplot sehr traditionell interpretiert hat. Dies bedeutet: eine gehörige Portion Romantik, zwei Figuren, die vom Schicksal her füreinander bestimmt sind und die nach vielen schweren Prüfungen letztendlich zueinander finden. Die genretypische Liebe-heilt-alles-Attitüde und das von mir so verachtete Märchenprinzstockholmsyndrom…