„Home is where the gnome is.“ Fantastische Abenteuer in Pell Vol.2

Im Lande Pell gibt es nicht nur Zauberer, Hexen, Kriegerinnen, Riesen, Elfen auserwählte Ziegenböcke und Hasenmädchen … no Sir!  Gnome, Halblinge, Schafsmädchen (wie Zentauren, nur in Schafform)  und Greife sind auch da und wundersame Automaatii. Von den handwerklich versierten Gnomen kunstfertig zusammengebosselte Maschinen, ähnlich wie Roboter.  So einen golden glänzenden Roboter humanoiden Aussehens hüten die Eltern des Schafsmädchens Agape. Seit Agape denken kann zogen ihre Eltern mit ihr und dem Piini durchs Land Pell. Nie hielten sie sich länger als drei Tage irgendwo auf. Bis zu dem Punkt an dem Agape als erwachsen gilt. Flugs verkünden Mom und Paap Ovitaurus fröhlich, dass jetzt ihr die Fürsorge für den Automatii übertragen wurde und sie sich in ihrem bereits angezahlten Häuschen jenes schäfische Spießerdasein gönnen werden, von dem sie schon lange träumen. Agape steht nun völlig perplex mit dem derangierten Roboter auf ihren eigenen Hufen und dann birgt Piini Automattii auch noch ein Geheimnis.Agape muss nicht lange verlassen und paranoid durchs Land reisen. Sie findet Schicksalsgenossen für ihre Queste, die alle ihre eigenen Gründe haben sie zu unterstützen. So unterschiedlicher Natur sie auch sind, alle gemeinsam eint die Suche nach Gerechtigkeit und Wahrheit, wobei jeder von ihnen sein eigenes dunkles Geheimnis hütet, während sie anderen Geheimnissen auf der Spur sind.

Kevin Hearne und Delilah S. Dawson ist aufs Neue wieder eine herausragende Fantasystory gelungen. Ihr Worldbuilding ist famos, die Entwicklung ihrer Charaktere spannend und nicht immer vorhersehbar und die Geschichte hat abenteuerliche, actionreich kämpferische, tragische und komische Elemente. Es gilt, das Gute gegen das Böse in Stellung zu bringen, es geht um Mut, persönliche Entwicklung Loyalität, Freundschaft, Vertrauen und natürlich ist wieder viel Magie im Spiel. Die Personalausstattung ist vorbildlich.Speziesübergreifend und auserlesen. Da werden Feinde zu Bündnispartnern und später zu Freunden. Die unterschiedlichsten Bewohner des Landes Pell, die sich sonst misstrauisch beäugen, lernen sich kennen und samt ihren Eigenheiten schätzen. Auch Gustave der sprechende Ziegenbock, samt seiner Freundin und Vertrauten Grinda the Sand Witch, ist an prominenter Stelle ins Geschehen eingebunden. Den Witz und Esprit und die Fabulierfreude des Vorgängers „Kill the Farm Boy“ hat das Duo beibehalten, stilistisch blieben sie auch beim Bewährten, indem alle Figuren jeweils mindestens ein Kapitel zwecks Einführung erhalten haben, was zu Lesebeginn zwar witzig  aber doch ein wenig langatmig anmutet, doch der Figurenentwicklung geschuldet ist, sobald die Geschichte rasanter wird, ist auch klar, wozu es gut war. Der Detailreichtum und der Charaktere und des Settings ermöglicht erst die Qualität der Tales of Pell. Tyrannen und Despoten, grausame Handlanger und niederträchtige Rassisten tummeln sich dort, versuchen die Gruppe zu vernichten, ein jeder der Beteiligten muss sich einbringen, um gewitzt, pragmatisch, juristisch, technisch oder, je nach Talenten, mit Schwert und Klauen die Abenteuerer vor dem Untergang zu bewahren. Von Machtgier, von verträumt, verschüchtert, vereinsamt, verwirrt, verloren, verschlagen, bis verliebt und verwegen und verpassten Chancen ist alles dabei, erzählt mit so viel Humor und Ideenreichtum und Liebe zu den Figuren, dass es eine reine Freude ist, sie auf ihrer Suche zu begleiten.

„Buncha weirdos going on a quest? Is this one of the <Incredible Journey> things? Or is that the bloody grail again?“

Gar nicht so einfach zu beantworten, denn diese außergewöhnliche Queste verselbständigt sich und was genau passiert, warum und wie, das darf jeder Kenner des Genres der gerne giggelt, grinst, mitfiebert und dem das Gute am Herzen liegt gerne selbst herausfinden. Als Schmankerl werden wird jedes Kapitel mit Zusatzinfos aus Zeitschriften, uralten Büchern, gnomischen Weiheiten oder sonst einem Goodie aus Pell eingeleitet, was nebenbei noch erhellend Eindrücke zu debn unterschiedlichsten Lebenshaltungen und Umständen der vielfältigen Bewohner Pells vermittelt.

Der dritte Band der Tales of Pell „The Princess Beard“ wird auch, sobald als Paperback erhältlich, demnächst bei mir Einzug halten, denn die Geschichten aus Pell haben mich elektrisiert.

No Country for Old Gnomes von Kevin Hearne und Delilah S. Dawson ist 2020 als Paperback bei Del Rey erschienen und über die Buchhändlerin des Vertrauens innerhalb einiger weniger Tage, manchmal auch schneller zu beziehen.

3 Gedanken zu “„Home is where the gnome is.“ Fantastische Abenteuer in Pell Vol.2

  1. Deine Begeisterung wirkt wahrlich ansteckend. 😀
    Ich denke ebenfalls, daß Klett-Cotta ein aussichtsreicher Verlag für eine solche Buchreihe wäre. Wollen wir hoffen, daß inzwischen gute Übersetzer nachgewachsen sind und daß man ihnen auch genug Zeit für eine sorgfältige Übersetzung läßt.

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  2. Es ist Phantastisch. Außergewöhnlich und bezaubernd charmant.
    Hmm, ich weiß es nicht, Kevin Hearne ist ja bekannt und ganz gut verkäuflich, seine Co Autorin war mir alter Fantasynase bisher unbekannt, muss aber in den USA sehr erfolgreich etliches rausgebracht haben. Ich denke es wird kommen, wenn Klett-Cotta zuschlägt in deren Verlagsprogramm es wunderbar passen würde. Ich kaufe sie mir auch auf Deutsch, wenn gediegen übersetzt, was in diesem Fall sicher eine Herausforderung ist und Harry Rowohlt lebt nicht mehr. Wobei der ja eher die Iren kongenial übersetzte. Wenn sie auf deutsch erscheinen hol ich sie mir, denn mir sind sicher noch einige köstliche Details entgangen. Ich lauere ja gerade auf das Paperback von Band 3, weil ich 35 Euro für das Hardcover nicht einsehe und der Optik wegen auch gerne dasselbe Format hätte. Vermutlich werde ich im Sommer schwach 😉

    Gefällt 1 Person

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