Dodo ist tot, oder?

Ich könnte ja eigentlich einfach nur den Link zu Thursdaynexts Rezension hier einstellen und schreiben JAJAJAJA, lest dieses Buch, kauft euch diesen Wälzer voller Magie und Witz und Kritik an Konzern-Verwaltungs-Wahnsinn, Technikfreakerei, Magiefreakerei, Geeks und ach, es ist wieder einer dieser wunderbaren Wälzer, die ich nicht aus der Hand legen konnte, auch wenn die Hand ob des Gewichtes schmerzte. Doch lasst euch gesagt sein, sie schmerzt nicht lange, denn leider allzu schnell ist dieses Buch zu Ende. Nein, werde ich nicht machen. Ich schreibe selber was.

Der Dodo ist, wie ihr alle wisst, ein ausgestorbener Vogel, der ausschließlich auf der Insel Mauritius vorkam. Einen Meter groß war er, flugunfähig und hatte keine natürlichen Feinde. Das hat sich schnell geändert, als die Briten auf der Insel landeten. Die schleppten nämlich Ratten, Schweine und Affen ein, die dem Dodo den Garaus machten. Und so wäre er in Vergessenheit geraten, wenn nicht Lewis Caroll in Alice im Wunderland ihn erwähnt hätte. So dient er auch heute noch gerne als Synonym für etwas Ausgestorbenes. (Siehe hier) Neal Stephenson, bekannt als großer Wälzer-Schreiber, hat sich zusammen mit Nicole Galland zusammengetan, um einen dicken und LUSTIGEN Wälzer zu schreiben. Die Co-Produktion tut dem Buch sehr gut, es wimmelt nicht mehr so sehr von Quantenphysik und unverständlichen, für den Normalsterblichen nicht verstehbaren, Abkürzungen.

Ein wenig Geschichte gibt es auch noch. Die Zeitreisen der D.O.D.O.-Mitarbeiter reichen (fast) bis ins Jahr 20.000 v.Chr. zurück. Und am Ende musste ich schon genau aufpassen, wer welche Zeitstränge beeinflusst und wie.

Die großen Player im Spiel sind die Fugger (oder Fucker wie Erzebet es ausspricht!), die D.O.D.O.-Organisation und die Hexen. Es beginnt mit einem Tagebucheintrag von Melisande Stokes im Jahr 1851, das Jahr, in dem die Magie verschwand. Warum? Die Fotografie ist schuld, denn diese bannt die Ereignisse, so dass sie keine verschiedenen Möglichkeiten bilden können. Doch die Möglichkeiten, die eine Situation annehmen kann, sind die Grundlagen der Magie. So wie Schrödingers Katze tot oder lebendig sein kann. Und da kommt die Technik ins Spiel. Wir springen ins Heute. Melisande, eine hoch intelligente Linguistin für alte Sprachen, wird von dem geheimnisvollen Tristan angeworben. Dieser scheint über unbegrenzte Geldmittel zu verfügen, eine staatliche Geheimorganisation steht hinter ihm. Doch auch die will Resultate sehen und so muss durch den Bau eines ODEK (eine Kammer, in der Magie gewirkt werden kann) Geld beschafft werden. Doch zuerst muss eine Hexe her.

Wie das jetzt alles zusammenpasst, wird in herrlich amüsanten und witzigen Tagebucheinträgen, Chats, Memoranden erzählt, die aus Sicht der Protagonisten geschrieben, auch nebenbei die Charaktere vertiefen. Wenn dann auch noch die Hexen ihre eigenen Ziele verfolgen und die Fugger ins Spiel kommen, wird alles herrlich kunterbunt und verworren.

Stephenson und Galland haben einen Science-Fiction Fun-tasy geschrieben, der nicht unbedingt Neues erfindet, aber die Ingredienzen der Genres schön neu vermischt und mit Witz und Sprache würzt. Ein herrliches Buch, vergleichbar mit Alpha&Omega. Für mich ein Lesehighlight des frühen Jahres.

Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O. ist im Dezember 2018 bei Goldmann erschienen. Weitere Informationen bei Klick auf das Cover oder auf der Verlagsseite.

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3 Gedanken zu “Dodo ist tot, oder?

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