Interdisziplinäres Leben

Beschäftigt man sich mit der Aufzucht von Pflanzen, besitzt man einen Garten, in dem man bio-dynamisch oder zumindest giftfrei gärtnern möchte oder möchte man sich einfach allgemein besser in der Pflanzenwelt auskennen, dann stößt man irgendwann unweigerlich auf den Namen Wolf-Dieter Storl. Mittlerweile ist Storl aber auch einem breiteren Publikum bekannt und das nicht nur als leicht exotischer Pflanzenkenner, der sich auch noch Mythen und althergebrachten Traditionen auskennt.Wer noch mehr über den Menschen Storl wissen möchte, woher er sein Wissen hat, wie er seine Jugend verbrachte, der ist mit Mein amerikanischer Kulturschock bestens bedient.

Das faszinierende an Storl ist sicherlich nicht nur seine Erscheinung, sondern auch, dass er sich in seiner Arbeit auf die Schwerpunkte Ethnobotanik, Ethnomedizin, traditionelle Phytotherapie und Kulturökologie verlegt hat und auf all diesen Gebieten ein immenses Wissen vorweisen kann. Aber nicht, dass ihr jetzt denkt, Wolf-Dieter Storl wäre ein zurückgezogen lebender Eremit – ganz im Gegenteil: wer einmal seine Internetseite besucht hat, versteht, dass es Storl nicht nur darauf ankommt, selbst eine gewisse Lebensweise zu führen, sondern zur Entwicklung aller – vor allem aber auch in Einklang mit der Tier- und Pflanzenwelt unserer wunderbaren Planeten – beizutragen. Das ist sicherlich auch seiner spirituellen Verbindung mit allem geschuldet.

Wolf-Dieter Storl wurde – wer hätte es geahnt – 1942 in Sachsen geboren. 1953 wanderte er mit seinen Eltern nach Ohio/USA aus, wo er sich in den Wäldern am wohlsten fühlte und am meisten aufhielt. Schon zu dieser Zeit schien sich anzubahnen, was nun seit langem seine (berufliche) Leidenschaft ausmacht. Das Botanikstudium war damit eine konsequente Fortführung seiner persönlicher Interessen, bedeutete aber auch einen Kulturschock für ihn. Aus seiner gewohnten Umgebung herauskatapultiert in enge Studentenzimmern, die man sich mit anderen teilte, wich er sooft es möglich war in die Natur aus. Auch die Arbeit im Labor ödete ihn an, war sie ihm nicht naturnah genug. Von der Botanik wechselte er alsbald zur Völkerkunde die seinem interdisziplinärem Wesen mehr entsprach und seine Auffassung der Verbindung und Rückkopplung von allem mit allem mehr entsprach.

Was er alles in diesen frühen Lebensjahren erlebte, hat er nun in seinem sehr persönlichen, wie gewohnt ehrlichen und offenen Buch mit dem Titel Mein amerikanischer Kulturschock niedergelegt. Die Atmosphäre der Zeit, die gesellschaftlich, politischen Strömungen und wie Storl damit umging wird anschaulich in einem angenehmen Plauderton beschrieben. Es ist doch immer wieder interessant, welche Wege das Leben so geht. Das Storl selbst schon immer eine gute Einschätzung von sich und seinen Vorstellungen hatte, wird sehr deutlich.

Wer also wissen will, wie Storl die 60er / 70er Jahre in den USA erlebt hat, der wird hier fündig. Wer allerdings von seinem Fachwissen inspiriert werden möchte, der sollte sich eher an die vielzähligen Sachpublikationen dieses sympathischen, über die Grenzen schauenden, interdisziplinär denkenden und lebenden Menschen halten.

„Mein amerikanischer Kulturschock“ von Wolf-Dieter Storl ist im August 2017 bei Kailash erschienen. Weitere Informationen zum Buch über Klick auf das im Beitrag abgebildete Cover oder auf der Verlagsseite.

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