Feuer und Blut – Historie für Nerds

GoT (für die Nichteingeweihten: GoT ist das Kürzel von Game of Thrones) wurde weitergeführt, oder besser zurück. Der große George R. R. hat ein Prequel geschrieben. Jahrelang schrieb der gute Mann vor sich hin, wenig beachtet aber teils wirklich grandios. Der Planetenwanderer oder Armaggeddon Rock sind beste SciFi und Fantasy. Sein mittelalterlich anmutendes Fantasy Epos GoT, „Das Lied von Eis und Feuer“ habe ich mir am Stück reingepfiffen. Alle zehn Bände, die in der deutschen Übersetzung erfreulicherweise immer zwei Bände in einem Band vereinen. SUCHTFAKTOR muss Leser*in in diesem Fall groß schreiben. Martins Art zu schreiben und besonders seine Angewohnheit, liebgewordene Charaktere ohne Zaudern abzumurksen, ist mittlerweile ins kollektive Sprachbewusstsein eingegangen. Ein Meme geworden. Spätestens seit Erscheinen der Serie. Diese verfolgte ich anfangs mit kritischem Blick, weil nach der Direktive Sex sells gedreht, aber, sie war gut, anfangs nah am Buch mittlerweile fehlt die Vorlage, aber weil sie sich so gut verkaufte, wurde eben ohne Buch weiter gedreht. Einerseits ärgerlich, andererseits spannend, wobei die Qualität meiner Ansicht nach doch litt.

Statt des sehnlichst herbeigewünschten finalen Bandes, gewährt uns der Kopf des Ganzen nun Einblick in die Vorgeschichte von Westeros. Warum auch immer. Gekauft hätte ich mir diesen opulent ausgestatteten 881 Seitenwälzer nicht. Muss aber gestehen, ich hatte es in der Stabi schon vorbestellt. Dank gut geschüttelter Glücksfee (man muss sie hart anpacken, dann funzt’s) habe ich Feuer und Blut, die Chronik über den „Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen“ aber gewonnen. Frei von jeglicher Rezensionsverpflichtung, ergo mit der Möglichkeit das Buch an-, oder fast nicht gelesen wegzulegen, und mich nicht zu ärgern. Weggelegt habe ich es nicht, auch wenn ich anfangs unangenehm überrascht wurde. Es ist ein Geschichtsbuch. Kein Buch mit Geschichten, nein, Mr. Martin hat quasi das Silmarillion des J.R. Tolkien auf Westeros übertragen. Zu Beginn ist das gewöhnungsbedürftig, ist man mal drin in der Geschichte des Hauses Targaryen, die von Erzmaester Gyldayn erzählt wird, liest sich dieses Sachbuch spannend. Und ein wenig ermüdend. Leicht alttestamentarisch. Bis Seite 748 bin ich gekommen. Dann war mir nach Abwechslung und da im edlen Schutzumschlag die Ahnentafel der Targaryens aufgelistet ist, ich das Ende logischerweise kannte, habe ich noch ein wenig quergelesen, geblättert, mich darüber geärgert, dass die, wenn auch nur kurz, regierende Königin nicht aufgelistet wurde, sondern sich die Geschichtsschreibung nur auf die männliche Linie bezog, erquicklicher Lektüre hingegeben. Genug Information für mich. Dennoch, das Buch erhält einen schönen Regalplatz, da Optik und Haptik wirklich gelungen sind und es nur minimal grammatikalische Übersetzungsfehler hat. GoT Fans und Nerds müssen selbst entscheiden, ob sie sich diese gewichtige Geschichtswerk antun möchten. Das Personal wächst einem nicht ans Herz, was bei diesem fortwährenden Gemetzel aus Machtgier nicht unbedingt ein Schaden ist. Ein Tyrion Lennister oder Ned Stark ist nicht dabei. Der reine Unterhaltungswert ist daher recht gering. Interessant war es dennoch. Fast bis zum Ende.

 

Feuer und Blut ist im November 2018 bei Penhaligon erschienen. Weitere Informationen durch Klick auf das Cover oder auf der Verlagsseite.

 

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