Berliner Stadtblatt Nr. 20

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@JohnQube on pixabay

08.15 Uhr in Friddelhain

Pasqual bleibt nicht viel Zeit, um in die Gänge zu kommen.

Denn laut seiner App gilt es bereits um 9.30 Uhr vor dem Willy-Brandt – Haus der Parteispitze für ihre Entscheidung einer abermaligen Anhebung des Renteneintrittsalters einen nachhallenden Empfang zu bereiten.

Und der steigt schon in knapp einer Stunde.

Danach muß er schauen, wie er schleunigst weiter zum Kanzleramt kommt, denn um 10. 30 Uhr findet dort eine Kundgebung zur desolaten Afrika – Politik der Kanzlerin statt. Da muß Pasqual unbedingt hin.

Er wird sicherlich Hunger bekommen auf seinem weiteren Weg hin zur amerikanischen Botschaft, vor welcher ab 11 Uhr eine Mahnwache für sämtliche Kriegsopfer der letzten 50 Jahre ihren Anfang nehmen wird.

Darauf freut er sich schon.

Denn dort kann er endlich zu Ruhe kommen und vollkommen gelassen seine nächsten Schritte planen, indem er den später dann wieder aktualisierten Stand des Berliner Demo – Pools durchforstet.

Fündig wird er immer. Es ist nur die Frage, welche Themen ihn heute umtreiben, danach wird er sich seinen Nachmittag zusammenstellen.

Eine Kundgebung gegen die grausamen Auswüchse der Pelzindustrie. Dann unbedingt zur Zusammenkunft gegen die Kurdenpolitik der Türken. Gegen den anschließenden ohnmächtigen Zorn könnte der Veganermarsch durch den Tiergarten helfen. Diese Leute sind nämlich sehr ausgeglichen.

Am frühen Abend ist noch Aktionskunst an der East Side gegen den Ausverkauf an das Großkapital geboten.

Es wird wohl spät werden, bevor er wiederum mit bleischweren Beinen in seine Bettstatt kippen wird.

Abgeschlafft, hungrig und in der Regel allein.

Morgen muß er unbedingt fit sein. Morgen wird nämlich groß. Da geht es gegen Rechts. Und zwar den ganzen Tag.

 

Mehr weiß ich allerdings auch nicht

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6 Gedanken zu “Berliner Stadtblatt Nr. 20

  1. Ja, soweit kommt es noch….;) – Da muß er wohl erst der Aktivistin seines Herzens über den Weg laufen….die Voraussetzungen dazu scheinen ja denkbar günstig zu stehen.
    Es mag durchaus sein, daß ein zukünftiges Stadtblatt sich nochmals Pasqual und seiner Mission, die Welt zu retten, nähert.
    lG

    Gefällt 2 Personen

  2. Ja, ne. Pasqual scheint in der Tat über all die Protestiererei ein wenig von der Rolle geraten zu sein … wirklich bedenklich. Vorallem jener leicht übersehbarer Hinweis zum Schluß des Stadtblatts, wo es heißt, das er müde, hungrig und meistens allein heimkehrt.
    lg

    Gefällt 1 Person

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