Jack Reacher – garantiert spoilerfrei

„Ich war ein Regel-drei-Typ. Niemals verlieren. Damit war ich immer gut gefahren.“

Trocken, pragmatisch, effektiv und militärisch knapp, ein typischer Reacher Spruch. Dabei ist sein Denken weit weniger einfach strukturiert und er sehr wohl fähig, zu differenzieren und empfänglich für Feinheiten der Körpersprache, Mimik und Gestik seiner Mitmenschen. Mit Band 19 füttert Lee Child  die Jack Reacher Fans weiter an. Die Geschichte um den ehemaligen Militär Polizisten der seit seinem Austritt ein Outlaw Leben nach seinen eigenen Gesetzen führt, permanent on the road à la: wherever he layed his hat was his home [Papa was a rolling stone] – wobei er, deutlich geprägt durch seine Kindheit auf Armystützpunkten weder eine Heimat hat noch ein Heim sucht – hat auch im xxten Band noch Biss.

Stählerne Macho Attitude, die hartem Drill entsprungen ist formte seinen charismatischen Charakter. 😉 Gepaart mit ausreichend Selbstbewusstsein um mit emanzipierten Frauen keinerlei Probleme, sondern in Glücksfällen Spaß, sonst Achtung zu haben. Immer höflich und mit guten Manieren ausgestattet zieht Reacher durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ihn bei seinen, meist nicht selbst gewünschten, Abenteuern begleiten zu dürfen ist eine wahre Freude für Menschen die wissen, dass das Gute nicht immer nur von guten Absichten genährt gewinnen kann, sondern ab und an einen kräftigen Stups nicht immer völlig legaler Eigeninitiative benötigt. Hier kommt Reacher ins Spiel. Retter der Witwen und Waisen, Helfer der Schwachen ein moderner Robin Hood mit altmodischem Wertesystem.

„[…] und eine Tafel, auf der mit Kreide Dinge angeschrieben waren, von denen neunzig Prozent nicht in einen Kaffee gehörten: Milchprodukte in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Temperaturen, seltsame Aromen auf Nussbasis und weitere Verunreinigungen. Ich bestellte die Hausmarke, schwarz ohne Zucker in einem mittelgroßen Becher […]“

Diesmal beginnt das Abenteuer mit einer Annonce in einer Militärzeitschrift, in der Rick Shoemaker  Reacher um Kontaktaufnahme bittet. Aufgrund eines ungeschriebenen Ehrenkodex meldet er sich und schwupps … ist er auf dem Weg zum ebenso verrufenen wie legendären Tom O’Day, Infanteriegeneral zuständig für’s nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Grobe.

O‘ Day braucht Reachers Spürnase um irgendwo auf der Welt einen Scharfschützen zu finden dem es möglich war auf eintausenddreihundert Meter den französischen Präsidenten wegzupusten, hätte dieser nicht hinter einer neuentwickelten kugelsicheren Glasscheibe gestanden, die den Mord vereitelte. Weshalb, warum, niemand weiß, wer dahintersteckt und die Geheimdienste überschlagen sich bereits. Reacher und einen der potentiellen Attentäter verbindet eine gemeinsame Geschichte und so macht er sich auf die Suche. Ein Spürhund, dem seine Vergangenheit im Nacken sitzt.

Lee Childs Thriller um den  unkonventionellen Held wider Willen haben sich mittlerweile eine begeisterte Fangemeinde erobert. Niveau und trockener Humor sowie gesellschaftskritische Betrachtungen und Militärinterna aus den USA halten das Niveau hoch.

Im Visier ist der neunzehnte Band, hier (ohne Gewe[ä]hr) die vermutlich korrekte Reihenfolge:

  1. Größenwahn
  2. Ausgeliefert
  3. Sein wahres Gesicht
  4. Zeit der Rache
  5. In letzter Sekunde
  6. Tödliche Absicht
  7. Der Janusmann
  8. Die Abschussliste
  9. Sniper
  10. Way Out
  11. Trouble
  12. Outlaw
  13. Underground
  14. 61 Stunden
  15. Wespennest
  16. Der letzte Befehl
  17. Der Anhalter
  18. Die Gejagten
  19. Im Visier
  20. Make Me (bisher nur auf Englisch)
  21. Night School (dito)

Diese macht Sinn, man kann aber auch querbeet lesen wie ich es getan habe und nach dem ersten ausgeliehen Band vom Reacher Sog gepackt war. Wer gute Thriller und pragmatische Schlägertypen mit Anstand mag liest hier richtig.

  • Aktuelle Ausgabe: 25. Juni 2018
  • Verlag: Blanvalet
  • ISBN: 978-3-764-50636-0
  • Gebunden, 448 Seiten
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