Leckeres Essen für on the road

Wisst ihr was Dabbawalas sind? Bis vor Kurzem war mir der Begriff selbst nicht bekannt, ihre Tätigkeit jedoch schon: Ungefähr 5000 von ihnen sorgen in Mumbai dafür, dass unzählige von Büroangestellten täglich ihr warmes Essen bekommen. Gekocht wird es entweder zu Hause oder von Küchen, in denen man sich quasi ein Mittagsmenü bestellen kann, verpackt und transportiert wird es in Dabbas, mehrteiligen Dosen, Lunchboxes eben. Ein unglaublich ausgeklügeltes System sorgt dafür, dass der Inhalt der Lunchboxes auch wirklich bei seinem Empfänger ankommt. Doch manchmal kann eben auch etwas schief gehen und das liebevoll zu Hause gekochte Essen erreicht nicht den Ehemann der Köchin sondern einen fremden Menschen. Daraus wiederum kann sich so ziemlich alles ergeben, wie der 2013 erschienene indische Film Lunchbox in großartiger Weise und mit wunderbaren Bildern erzählt.

Hin und Weg war auch Claudia Schilling, ihres Zeichens Foodstylistin und Bloggerin, von diesem wunderbaren Film. Die Idee, ein eigenes Kochbuch zu schreiben, reifte schon länger und mit Lunchbox war der Aufhänger gefunden: abwechslungsreiche, unkomplizierte, gesunde Rezepte, die man auch gut unterwegs, draußen beim Picknick oder aber im Büro genießen kann. Dazu noch DIY-Anleitungen für praktische Transportmittel und fertig ist das rundum ansprechende und überzeugende Kochbuch für zu Hause und on the road.

Neben der wunderschönen Aufmachung – schon der Titel ist äußerst liebevoll gestaltet – sind auch die Rezepte individuell gestaltet und die Gerichte sehen einfach zum anbeißen aus. Was die Zutatenliste angeht, so ist alles vorhanden: sowohl ausgefallenere Lebensmittel als auch ganz bodenständige finden ihre Verwendung. Mal schnell ein Rezept ausprobieren wird einem deshalb leicht gemacht und die Rezepte, die ich bisher ausprobiert habe, waren alle völlig stressfrei und doch mit maximalem Erfolg zubereitet. Der Apfel-Zimt-Kuchen, den man sicher auch gut in einer schönen Transportform zu Freunden mitnehmen kann, hat bei uns noch nie das Haus verlassen. Zu gut schmeckt er und ist einfach zu schnell verputzt, als dass wir andere damit beglücken könnten.

Man merkt den Rezepten an, dass hier jemand nicht nur gut und gesund, sondern auch optisch ansprechend kochen will. Wer Kinder hat, weiß wie wichtig das sein kann. Claudia Schilling hat zwei reizende Töchter, die offensichtlich ebenfalls an den leckeren Rezepten aus HIN UND WEG gefallen finden. Auch das empfinde ich als äußerst angenehm und erfrischend, gibt es heute doch so viele Kinder und Jugendliche, die nicht mehr genießen können und selbst gekochtes Essen kaum kennen.

Unser Lütter hat ebenfalls schon im Buch geblättert und das ein oder andere interessante Rezept gefunden: Die Bandbreite seiner Auswahl reicht von Fawaffeln (Waffeln aus einem falafelartigen Teig) über bereits erwähnten Apfel-Zimt-Kuchen bis hin zu den unterschiedlichsten Variationen von Sandwiches. Mein Mann hingegen schwelgt derzeit noch wegen der Kälte in den wärmenden Speisen für kalte Tage und ich selbst freue mich schon auf den Frühling und Sommer, wenn ich wieder so richtig viel Auswahl bezüglich Obst und Gemüse haben werde. Und auf ein Picknick in unserem Fluß- oder Strandbad in der Nähe, freuen wir uns alle schon.

Vielen Dank für die vielen schönen Inspirationen in diesem Buch, wir lieben es heiß und innig und werden nach und nach sicher fast alle der 170 Rezepte ausprobieren. In den paar Wochen, die das Buch in meinem Besitz weilt, habe ich schon sehr viel häufiger und regelmäßiger meine Lunchbox mit ins Büro genommen. Neidische Blicke der Kollegen halte ich aus und da ich ja mein eigener Dabbawala bin, gibt es auch keine Verwechslungsgefahr …

Buchdetails

  • Aktuelle Ausgabe: 19. Dezember 2017
  • Verlag: AT Verlag
  • ISBN: 978-3-03800-975-7
  • Gebunden: 352 Seiten

 

 

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11 Gedanken zu “Leckeres Essen für on the road

  1. Ja, wirklich alltagstauglich und noch dazu viel coole Ideen, Sachen zu transportieren und Leckereien für unterwegs und draußen herzustellen. Man bekommt Lust, endlich wieder draußen essen zu können. heute gabs eine Erbsensuppe, inspiriert aus dem buch – einfach, sehr lecker, aber ich habe sowas noch nie gemacht. Mein Repertoire erweitert sich gerade wieder, denn die ewige Fragerei, was essen wir heute und die meist gleichen Antworten sind schon ein wenig öde auf Dauer.

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  2. Na alltagstauglich passt immer. Da muss ich mich mal schlau machen. Letzte Woche ein schnelles Linsenfalafelrezept entdeckt ausprobiert und ratzfatz war es schnabuliert. Mit geröstetem Blumenkohl ein ausgewogener Genuss.

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  3. Der Film ist großartig – und was Kochbücher angeht: guck mal nach A Casa – da hab ich auch schon 😉 Aber Bilder könnte man noch mit reinnehmen und das habe ich bisher noch nicht gemacht. Ich koche regelmäßig selbst, habe zwar keine Ausbildung in dem Bereich, aber viel von meiner Großmutter gelernt, die ab ihrem 14. Lebensjahr die elterliche Gastwirtschaftsküche schmiss. Wären jetzt grobe Fehler in den Rezepten, hätte ich es wohl gemerkt. Aber das hier ist echt sehr alltgagstauglich. Lunchbox ist ein wunderbarer Film, den haben wir mal zufällig auf Arte entdeckt. LG – und der beste Kartoffelsalat der Welt war heute bei uns zu Mittag – fränkisch, ohne Gurke, ohne Mayo etc.

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  4. Ich habe mich schon manchmal gefragt, wie man eigentlich Kochbücher rezensiert. Okay, Du hast es mir gerade vorgemacht. Man nehme ein Kochbuch, probiere einiges aus, lasse seine eigenen Kinder oder Enkel darin stöbern, und schon hat man genug Expertenmeinungen zusammen. Mich hat das gerade auf den Gedanken gebracht, dass ich unbedingt über den „besten Kartoffelsalat der Welt“ schreiben sollte, obwohl man das Buch dazu wahrscheinlich bestenfalls noch antiquarisch bekommt.
    Nach dem Film werde ich mal auf die Pirsch gehen.

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