Jugendbuchautor Jordan Sonnenblick x 3

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Die total irre Geschichte mit der Gitarre meines Vaters und allem, was danach kam – obwohl sie mir keiner auch nur ansatzweise glauben wirdJordan Sonnenblick hat sie geschrieben und man darf sich den ellenlangen Titel erst einmal genüßlich durchs Gehirn ziehen lassen. Der engl. Originaltitel lautet schlicht „Are you experienced?“ natürlich in Ahnlehnung an einen der talentiertesten wegweisendsten Gitarristen des 20. Jahrhunderts. Wer hier nicht weiß wer gemeint ist interessiert sich entweder fürs falsche Buch, ist minderjährig und definitiv kein Gitarrenspieler, oder es ist sowieso alles verloren.
Dem deutschen Titel samt hippieesekem Cover bin ich sofort verfallen, der wunderbare Nachname des Autors und die Erwähnung von WOODSTOCK im Klappentext und fump, das Buch war gekauft.
Der ehemalige Englischlehrer Mr. Sonnenblick hatte als Zielgruppe natürlich Jugendliche und nicht deren Mütter im Sinn, aber die dürfen doch auch mal Spaß haben und hey, die Lektüre war spannend, mit Zeitreiseelementen, Familiengeschichte, den Problemen eines überbemutterten, oder eher bevaterten Teenagers mit alten Eltern und naturellement den ganz normalen üblichen Teenagerproblemen. Sonnenblick kennt sie und schreibt darüber mit viel Verständnis und Empathie, ohne sich anzubiedern. Er lässt seinen sehr reflektierten aber absolut authentisch wirkenden Protagonisten erzählen. Und so entwickelt sich ein, auch Woodstock und Zeitreisethematik zu verdankendes, abgefahrenes, superspannendes Kopfkino das einen tief in die Geschichte der wilden Sechziger eintauchen lässt und nebenbei auch Verständnis für Superstars beeinhaltet.

Spannender Jugendbuchausflug nach Woodstock, zu Gitarrengöttern und in die Auswirkungen von Familiengeschichte. Strange! Unbedingte Leseempfehlung von Sohnemann und mir.

(ab 14 Jahren)

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : April 2015
  • Verlag : Carlsen
  • ISBN: 9783551583246
  • Fester Einband 288 Seiten

♦♦♦

 

Bücher die Jungs fesseln sind rar und da Mr. Sonnenblick ein wahres Händchen dafür hat hier gleich noch zwei weitere Lesempfehlungen.
„Wie ich zum besten Schlagzeuger der Welt wurde – und warum“ von Jordan Sonnenblick

Mit diesem Roman schaffte er den Durchbruch und wurde von der Jugendjury prompt für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Wie ich zum besten Schlagzeuger der Welt wurde - und warum

Steven ist im letzten Jahr vor der Highschool, Mädchen sind interessant, aber ihm ist klar dass er mit seinem Erscheinungsbild nicht bei ihnen punkten kann. Noch dazu hat er einen kleinen Bruder:

„Einen Bruder zu haben ist schrecklich. Jeder Bruder wäre wahrscheinlich schrecklich, aber Jeffrey zum Bruder zu haben ist ein gnadenloser Albtraum. Nicht, weil er acht Jahre jünger ist als ich, obwohl das auch etwas damit zu tun hat. Wie würde es euch denn gefallen, acht glorreiche Jahre der König des Planeten zu sein und dann plötzlich zum Vizekönig degradiert zu werden? Nicht, weil er niedlicher ist als ich, obwohl das auch etwas damit zu tun hat. Ich habe mausbraune, wirbelige Haare, Brillengläser die ungefähr drei Zentimeter dick sind, und eine Zahnspange, die aussieht als ob ich versucht hätte einen entgleisten Zug zu verschlucken.
Er hat perfekte kaugummiweiße Kinderzähne, ein hervorragendes Sehvermögen und blonde Löckchen wie die Egel auf den Bildern im Kunstunterricht. Es hat auch nichts damit zu tun, dass er mich hasst – er hasst mich ja gar nicht. In Wirklichkeit bin ich sein Idol. Und genau das ist das Problem.: Der Kleine folgt mir überallhin, als ob ich Elvis wäre oder so was. Und während er viel zu niedlich ist und mir hinterherläuft, macht er all meine Sachen kaputt, einschließlich meines Selbstwertgefühls und meiner geistigen Gesundheit.“
Wie sich alsbald herausstellt hat Jeffrey Leukämie und Jordan lässt seinen großen Bruder erzählen, welche Auswirkungen dies auf die gesamte Familie und besonders natürlich Steven hat. Das macht er so mitfühlend, und echt, dass Kitsch nicht die geringste Chance hat. Ein Buch nicht nur über Krebs sondern über die Gefühle und Veränderungen die die Diagnose einer potentiell tödlichen Krankheit in einem Familiensystem und speziell bei einem Geschwisterkind mit sich bringt. Zartfühlend, tiefgründig, dabei immer mit verschmitztem Humor und so mitreißend spannend, dass man es nicht aus der Hand legen kann. Spätestens nach diesem Buch reihte sich Jordan Sonnenblick ein in die Reihe der großartigen Jugendbuchautoren wie John Green und Patrick Ness.
Steven hat das Glück Freunde zu haben, wo er sie nicht vermutet und sein Talent als Schlagzeuger in der Schulband rettet ihn über diese harte Zeit.

(ab 12 Jahren)

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : Juli 2008
  • Verlag : Carlsen
  • ISBN: 978-3-551-31207-5
  • Taschenbuch: 208 Seiten

♦♦♦

 

Buddha-Boy“

Buddha-BoyIn Buddha Boy hadert San Lee, frisch umgezogen, adoptiert mit seinem inhaftierten Vater. Seine Mutter ist mit ihm umgezogen, er ist schon wieder der Neue in der Klasse. Oft genug umgezogen ist er, die Situation ist nicht neu aber er hat es satt. Ist in dem Alter in welchem die Eltern sowieso schon entzaubert sind und nicht mehr die allmächtigen Übermenschen die man bewundert, sondern misstrauisch beäugt und mehr oder weniger fundiert demontiert.

Immer mit den Wölfen heulen“, hat ihm sein Vater eingebläut, bloß nicht auffallen. Aber welche Identität darf’s diesmal sein: Sportskanone? Zu anstrengend. Skater? Dafür ist er nicht cool genug. In einer Geschichtsstunde wird ihm klar: Er wird den Zen-Buddhisten geben. Komischerweise nehmen ihm das alle ab. Aber als das süße Beatles-Mädchen sich für ihn zu interessieren beginnt, wird die Sache kompliziert.“

Buddha Boy, auch im Ich Erzähler Stil geschrieben ist ein Buch über Selbstfindung und die Möglichkeit sich selbst in einer neuen Umgebung komplett neu zu gerieren. Ich erinnere mich, dass ich als Kind in den Ferien bei meinen Großeltern der Nachbarstochter wohl ziemlich überzeugend klargemacht hatte, eine waschechte Indianerin zu sein (ein tief empfundener Wunsch damals als Winnetou und Western Verehrerin) und sie hat es mir geglaubt, (Huhu Daddi *wink* so unwahrscheinlich es sein mag, dass du das liest, wenn doch melde dich mal 😉  ) bis ihr Vater meine im Inneren doch so wahren Worte anzweifelte…

Sehr witzig sind dabei die Täuschungen die der junge Protagonist nach der Verselbständigung seiner Zen Buddhistischen Attitüde aufrechterhalten muss, denn den Respekt und die Aufmerksamkeit des Mädchens das er mag und seiner Klassen- und Schulkameraden möchte er nicht wieder verlieren. Und es ist gar nicht so einfach mit dieser Lebenslüge zu leben. Das kostet ihn harte Arbeit. Buddha Boy ist, rein thematisch, das lockerste der drei Bücher. Das Thema Beliebtheit, Freunde finden ist für alle Jugendlichen ein großes und wichtiges. Genauso wie die Frage: Wer bin ich und wohin will ich?
Zen Buddhismus ist da gar kein schlechter Ansatz, wenn auch, zumindest hier, teilweise irrsinnig komisch.
Wie auch bei den anderen beiden Büchern liegen lauthals lachen und fetter Kloß im Hals immer sehr nahe beieinander. Das ist für mich die besondere Kunst Jordans der den Ton immer trifft und das so locker und flockig als würde er mühelos schreiben. Vielleicht tut er das ja auch. Wie auch immer Chapeau Mr. Sonnenblick!

(ab 12 Jahren)

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : August 2012
  • Verlag : Carlsen
  • ISBN: 9783551582515
  • Tachenbuch: 208 Seiten
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