Eine typisch deutsche Geschichte

MargoAb heute heiße ich Margo, ist eine Geschichte von zwei starken Frauen, die in den verschiedenen Teilen von Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg aufwachsen und ihren Weg durch die Schwierigkeiten des Lebens meistern. Die eigentliche Hauptfigur ist Margo, eigentlich Margarethe, die ihren Aufbruch in das Erwachsenenleben mit dem Beschluss: Ab heute heiße ich Margo feiert. Sie beschließ,t eine Lehre bei Photo-Werner in der kleinen ostdeutschen Stadt Stendal anzutreten, wo sie bald auf Helene trifft.

Helene ist eine rätselhafte Frau, ein wenig älter als Margo, die seelisch schon von den Spuren des spanischen Bürgerkriegs gezeichnet ist. Dort hat sie Bilder gemacht und ist nur knapp dem Tode entronnen. Geholfen hat ihr Alard, in den sich Margo sofort verliebt.

Wir sind in den 30er Jahren des 20.Jahrhunderts in Deutschland. Hitler ist schon an die Macht gekommen und bereitet den Krieg vor, um das tausendjährige Reich zu erschaffen. Bei dessen Ausbruch bekommt Margo mit, wie Helene einen Ordner mit Bilder zu verstecken versucht, alleine der Besitz grenzt an Hochverrat. Die Bilder zeigen unverblümt die Schrecken des Krieges und Margo beginnt, an den ehrbaren Motiven des ach so heiligen Krieges zu zweifeln.

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Alard scheint für Margo unerreichbar, Henri soll ihr Mann werden, eine gute Partie aus bestem Hause. Henri verschlägt es im Krieg nach Frankreich. Sie schreiben sich Briefe. Hier zeigt sich eine – leider im Buch viel zu seltene – feine Lyrik von Cora Stephan.

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Margo kommt nach den Wirren des Krieges in den Westen Deutschlands, Gerda und ihre Mutter bleiben in der DDR. Hier wird doch etwas einseitig von den verschiedenen getrennten Staaten geschrieben. Die Darstellung der DDR gerät meiner Meinung nach zu undifferenziert negativ und schwarz-weiß gefärbt.

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Helene ist auch in der DDR geblieben und arbeitet bei der Stasi, viel mehr erfahren wir nicht von ihr. Margo macht einen steilen beruflichen Aufstieg in der BRD. Ihre eigentlichen Träume sind aber auf der Strecke geblieben.

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Cora Stephan bleibt bis zum Schluß bei ihrer eigentlichen Hauptfigur Margo, die zufrieden auf ihr aufregendes Leben zurück blickt,

Der Autorin ist ein gutes Buch über zwei starke Frauenfiguren gelungen, wobei Helene im Vergleich zu Margo etwas blass bleibt. Der Lebensweg von Margo, ihre Gedanken, ihre Enttäuschungen und ihre Leiden werden teils schonungslos geschildert, Helene und auch die anderen Charaktere wirken dagegen eher als Staffage in dieser über 80 Jahre reichenden deutschen Geschichte. Cora Stephan hat eine flüssige Sprache, das Buch ist gut zu lesen, wobei der Fluss an manchen Stellen etwas hakt und ich etwas irritiert war, als wäre eine Episode nachträglich hineingeschrieben worden. Alles in allem eine doch recht unspektakuläre Geschichte, die ich mir als Zweiteiler im öffentlich-rechtlichen Fernsehen vorstellen kann.

 

Ps.: Die „.“ bezeichnen Stellen an denen ein Zitat aus dem Buch stand. Diese mussten leider wegen Copyright entfernt werden.

Buchdetails:

  • Aktuelle Ausgabe : 10. März 2016
  • Verlag : Kiepenheuer & Witsch
  • ISBN: 978-3-462-04895-7
  • Gebunden: 640 Seiten
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