Fauna & Flora im Versuchslabor

weler_U1_neu.inddFür alle, die ein oder mehrere Pubertiere, wie Weiler sie so schön nennt, zuhause haben, ein Wellness Buch, das Humor und damit Nerven stärkt. Sind doch die kurzen Geschichten, die der Autor hier berichtet zwar leicht überspitzt, in der Kernaussage aber unbedingt von höchstem Wahrheitsgehalt, wie man bei eigenen Studien der Fauna selbst unschwer herausfindet. Bereits im ersten Band, in dem er mit nur einem Pubertier seinen Lebensraum teilen durfte, reizte der Bericht eines geduldigen Forschers die Lachmuskeln des Lesers aufs Äußerste und auch im Nachfolger kann man sich an Weilers ausgesuchter Sprache gütlich tun, erzählt er doch ein wenig wie Bernhard Grzimek – allerdings in modernerer Form – wenn e sich ins Reich der wilden Tiere begibt.

Bei allem Vergnügen, der Mann kann auch ernsthaft. So zu erfahren in seinem Nachwort, dass bei mir für noch mehr Verständnis angesichts der Verhaltensweisen dieser Spezies  – die auch in meinem Haushalt ihr Wesen treibt  – sorgte.

Sich dies immer mal wieder ins Gedächtnis zu rufen, vor allem wenn das eh schon langsam nachlässig wird, ist hilfreich und rückt die Perspektive wieder zurecht.

Doch in erster Linie dominiert das pure animalische Vergnügen die Schmökerei in Herrn Weilers amüsanten, liebevollen Erzählungen aus „dem Pubertierlabor“.

Besonders die Geschichten „In der Hühnerbrühe“ und „Ich bin Ed Stark“ fanden großen Anklang, auch bei den jugendlichen Mitbewohnern – daran festzustellen, dass sie sich tatsächlich laut vorlesen ließen, ohne protestierend den Raum zu verlassen. Im Gegenteil, die unschönen Seiten der nicht allzu lange zurückliegenden Kindheit holten uns ein. Lasen wir zwar, außer Comics, alles liebend gerne und viel vor, fürchteten aber die gnadenlose Bitte um WIEDERHOLUNG, weil es unsäglich langweilig ist, ein und dasselbe Buch hunderfünfundzwanzigtausendmal vorlesen zu müssen. Mittlerweile lechzen wir danach, vorlesen zu dürfen. Die Chancen sind aber normalerweise äußerst gering und extrem rar geworden.

Geduld und Vertrauen gepaart mit spaßig wortwitzgem Humor zeichnen das wunderbare Bändchen aus, das in jeden Teenagerhalterhaushalt gehört. Allein die Titel der Histörchen locken: „Die Tyrannentheorie“, „Rauchende Raupen“, „Hart wie Butter“, „Boywerdung“, „Sex und Poesie“ und „Krasse Sugillation“. Ja, man kann auch noch Neues lernen!

Somit ist Jan Weilers kleine, lieblich illustrierte Sammlung kurzer häuslicher und pädagogischer Momente eine wunderbare Ergänzung und Erweiterung zum „Handbuch für Görenbesitzer“ 😉

Unverzichtbarer Begleiter für Teenager Eltern. Wirkt der merkelisierung der Mundwinkel entgegen und erhöht die Lachkompetenz.

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :  Januar 2016
  • Verlag : ROWOHLT Kindler
  • ISBN: 9783463406619
  • Fester Einband 160 Seiten

 

 

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