Der Weg ist das Ziel

eiserneratDer eiserne Rat führt uns zurück in die Welt von Bas-Lag. Die Welt in der die Technik, neben der Thaumaturgie und Magie, ein gleichgestelltes Dasein führt. Eine Welt in der ein Vergehen mit Remade bestraft wird. Wahllose Kombinationen von Maschinenteilen, Extremitäten. Ein Verpflanzen des Körpers auf ein Pferd. Umgedreht. So, dass man seinen Weg nur mit Mühe finden kann. Eine gnadenlose Welt. Eine brutale Welt, in der beiläufig gestorben wird.

Wir befinden uns in der Stadt New Crobuzon. Die Stadt der Perdido Street Station. Die Stadt New Crobuzon ist in einem inneren und äußeren Streit zerrissen. Der Innere ist die Revolution die schwelt, der Äußere der Kampf gegen die Stadt Tesh. Die Tesh sind fremdartige Lebewesen, die Erscheinungen bringen, die die Farbe und das Leben verschlingen. Die Stadt New Crobuzon, die so viele Visionen und Schrecken beherbergt. Eine Vision ist eine Eisenbahnstrecke quer durch das verwüstete, verzauberte Land zu schaffen. Mit Hilfe von fReemade die angeheuert werden. Gestalten, denen die Werkzeuge an den Körper gepflanzt sind, um besser arbeiten zu können. Den Tross begleiten versklavte Menschen, Tiere, Huren und andere aus den Nächten geborene Kreaturen. Nachdem wieder einmal das Geld auf sich warten lässt und die Huren den Aufstand wagen, nicht mehr auf Pump arbeiten wollen, eskaliert die Situation. Der Eiserne Rat ist geboren und macht sich auf den Weg durch die Landschaft, flüchtet vor den Feinden – immer auf dem Weg.

„Sie können nicht mehr umkehren. Du setzt Deinen Fuß auf einen Weg, und ab einem gewissen Punkt bestimmt dieser Weg, was Du tust. Sie müssen weiterfahren“

China Miéville macht es uns diesmal nicht so einfach wie in seinen vorherigen Büchern.
Was heißt einfach, Miéville zu lesen erfordert Kraft.  Zu überbordernd sind seine Sprache, seine Kreaturen, seine Kraft, Albtraumbilder zu erschaffen, seine Ideen werden schon von den nächsten Seiten, Ereignissen übertroffen. Das Geschehen überschlägt sich, zu wenig Atem holen ist dem Leser vergönnt. Die Übersetzerin hat wieder einmal Unmögliches geleistet – manche Wörter sind einem unbekannt. 680 dicht gedrängte Seiten lang. Diese Seiten sind wie ein Sog, wie ein bewegtes Gemälde von Hieronymus Bosch, welches immer wieder eine tiefblutige, verstörende, nie gesehene Schlacht zeigt.

Dazwischen sind Charaktere, die einfach in dem Gemälde untergehen. Judah Low, der von Cutter geliebt, bestiegen, verloren wird, der seinen Weg durch diese Welt, durch die Erwartungen findet. Der eigentlich Abseits steht, doch immer eine Lösung findet.

Mag die Geschichte oder die Charaktere nicht ganz ausgereift sein oder verblassen; die Bilder die hier aufkommen, einen überschwemmen. lassen jede Kritik verstummen. Auch hat Miéville die politische, wütende, visuelle Kraft die einen mitreisst. Miéville schreibt teilweise wie von einer anderen Welt. Die Symbolik die sich mit dem Ende auftut, sucht man woanders vergebens, läßt einen sprachlos.
Maximale blutrote, beängstigende, fragende, bleierne, expressive Punktzahl.

Buchdetails

  • Aktuelle Ausgabe : 22.11.2005
  • Verlag : Bastei Lübbe
  • ISBN: 9783404243440
  • Taschenbuch: 683 Seiten
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