Der Kampf zurück ins Leben

Quick_Silver Linings_HK2.indd„Sehr behutsam austariert, als könnte das ganze Ding umkippen, wenn später im Herbst das Heizungsgebläse anspringt“

Was so beschrieben ist, könnte auch für Pat gelten, der gerade von ‚dem schlimmen Ort‘ zurückgekehrt ist, an dem er war.
Der schlimme Ort ist eine geschlossene Psychiatrie, warum er dort war weiß er nicht, er ist wieder zurück bei seinen Eltern und sein Ziel ist es, seine Frau Nikki zurückzuerobern, denn er ist verheiratet und sie haben gerade eine Auszeit.
Damit er wieder fit ist und um seine Anfälle zu beruhigen, trainiert er jeden Tag, solange bis sein Körper brennt und schmerzt, so dass er die Schmerzen in seiner Seele ertränken kann.Warum er bei Kenny G’s Lied ‚Songbird‘ summen, bis 10 zählen und seinen Kopf leeren muss, weiß er auch nicht.
Seine Pillen schluckt er nur unregelmäßig und so ist sein Trainingsprogramm pro Tag recht umfangreich, das Jogging geht über mehrere Meilen.
Zu Hause ist seine Mutter eine große Hilfe und seine einzige Bezugsperson, sein Vater redet nicht mit dem kranken psychopathischen Sohn.
So langsam kämpft sich Pat zurück in sein neues Leben, dabei hilft ihm sein unerschütterlicher Optimismus und sein Glauben daran, dass es wie in Hollywood ein Happy End gibt.
Und dass er der Held in einem Film ist und wenn es mal ganz schlecht läuft und seine Lieblingsmannschaft die Eagles verlieren, sein Vater den Fernseher deswegen zertrümmert und wieder schlechte Laune hat, seine Exfrau ihn nicht sehen will, er plötzlich merkt dass er sehr lange an dem schlimmen Ort war, weil seine Umgebung in ganz anderen Verhältnissen lebt, sein Bruder verheiratet ist und plötzlich diese Frau da ist, die ihn bei seinen Laufrunden verfolgt.
Dann, ja dann schaut er in den Himmel und dort gibt es hinter den Wolken, die Sonne, die Silberstreifen malt und die Sonne scheint immer und der Film geht auch immer gut aus.

Er muss sein Leben langsam wie eine Montage im Film zurechtrücken, dabei helfen ihm die tief verankerten amerikanischen Helden, Football, seine Mutter und Gott.
Als dann doch das Happy End auf sich warten läßt und sein Optimismus zerbröckelt und er Gott verflucht:
„Wieso hast Du uns so viele Geschichten über Wunder erzählt? Wieso hast Du Deinen Sohn vom Himmel heruntergeschickt? Wieso hast Du uns so Filme geschenkt, wenn nichts im Leben so ausgeht? Was für ein bescheuerter Gott bist Du eigentlich? Willst Du, dass ich bis an mein Lebensende unglücklich bin?“
Dann ja dann dreht das Buch in so viele schöne und herzerwärmende Wendungen, dass es mich dann doch komplett packt und mitreisst.
Ein zutiefst amerikanisches Buch mit einem nicht so ganz erwarteten Ende, was den Kitschfaktor zwar ins Unendliche steigert, aber mir doch letztendlich, trotz einiger Handlungsschwächen, sehr gefallen hat.
Ich bin eben doch ein unheilvoller Romantiker und konnte mir ein paar Tränen nicht verkneifen.
Dafür die volle Punktzahl!

Buchdetails

  • Aktuelle Ausgabe : 22.03.2013
  • Verlag : Kindler
  • ISBN: 9783463400815
  • Fester Einband: 352 Seiten
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