Lange Schatten

** Gastrezension von daslesendesatzzeichens Göttergatten ** Den meisten Deutschen sind die schrecklichen Jahre der Nazizeit sehr bewusst (Ausnahmen machen leider aktuell wieder Schlagzeilen). Vielleicht ist der starke Eindruck jener eigenen Vergangenheit der Grund, warum die Deutschen über diese Zeit in ihrem Lieblingsurlaubsland kaum Kenntnis haben. Zwischen 1936 und 1939 wütete in Spanien ein Bürgerkrieg zwischen…

Auch Adel liebt (wenn der Teufel im Spiel ist)

Adelige haben, das wissen wir spätestens seit Ernst August von Hannover (der auch liebevoll Pipiprinz, oder besser der „Sid Vicious der Aristokratie“ genannt wird), einen an der Schüssel. Daran kann auch das ansonsten untadelige Benehmen von Queen Elizabeth nicht hinwegtäuschen. Menschen denen, aufgrund ihrer Geburt, Rechte eingeräumt werden, über andere zu herrschen, gehören auf den Müllhaufen der Geschichte. Doch insgeheim bewegen…

Die Bibel des Waldes

Als die ersten Siedler nach Nordamerika kamen, erwarteten sie weite unbewohnte Landgebiete und riesige Wälder. So weit das Auge blicken konnte. Und viel weiter wurde auch in diesen Jahrhunderten nicht gedacht. Dass das Grundelement Holz einmal knapp werden sollte, das war angesichts dieser Pracht nicht vorstellbar. Doch der Mensch ist gerade in der Ausnutzung und…

Geister der Vergangenheit

Direkt neben dem Coffeeshop ist ein Schuhputzstand, zwei throngleich erhöhte Sitze, darunter ein Bursche, der einem die Schuhe poliert. Es ist ein junger Mann, der in diesem Moment in ein Buch vertieft ist und die Uniform trägt, die mit seinem Beruf offenbar zwangsläufig einhergeht: Hosenträger und Schirmmütze, eine vage an den Beginn des zwangzigsten Jahrhunderts erinnernde Kombination. Neben Samuel steht Periwinkle, der sich die Schuhe putzen lassenwill, aber zögert.
„Ich bin ein gebräunter Weißer in einem teuren Anzug“ sagt Periwinkle, und starrt den schwarzen Schuhputzer an.
„Und das bedeutet genau was?“ fragt Samuel.
„Ich mag das Bild nicht.“

Viel Lärm um nichts

Auf den letzten Seiten lässt Véronique Olmi die Protagonistin ihres Romans „Der Mann in der fünften Reihe“ sagen: „[…] und dann habe ich die Nacht in einem Bahnhof verbracht und jemandem, der vielleicht zugehört hat, mein Leben erzählt. Ich habe mit der erstbesten reglosen Person gesprochen. […]“ Eine treffende Beschreibung: reglos. Vielleicht reglos vor Freude,…

Im Wahnwitz der postfaktischen Bonmots

    Könnt Ihr Euch noch an das renitente Känguru von Marc Uwe Kling erinnern? Der kleine Kerl und sein WG-Kumpel haben ja schon das Oxymoron geschafft, mit ihrem antikapitalistischen Manifest einen Haufen Geld zu verdienen. Nun setzt der sympathische Kämpfer gegen das Establishment mit antisozialer Guerilla-Expertise noch einen drauf, versucht alles zu Gold zu…